SG Rochau/Arneburg – FSV Havelberg: 3:3 (3:1)
FSV belohnt die eigene Leistung
Rochau/Havelberg (jl). Nicht etwa das Lindenfest lockte die Havelberger Fussballfrauen am Sonntagnachmittag nach Rochau sondern das letzte Punktspiel der Altmark-Wendlandliga. Bereits vor dem Spiel war der siebente Tabellenplatz sicher für den FSV und ein Höherklettern in der Rangliste unmöglich, was vermeintlich für Entspannung auf dem Platz sorgen sollte. Doch es sollte ganz anders kommen…
Eine beeindruckende Zuschauerkulisse, Anmoderationen des DJs und herrlicher Sonnschein bescherten feierliche Rahmenbedingungen für ein Abschlussspiel und beflügelten ganz offensichtlich die Hausherrinnen. Ihren Siegeswillen bekamen die Gäste von der anderen Elbseite schnell und schmerzlich zu spüren, denn nach nur 29 gespielten Minuten musste Torwart Lüpke drei mal (14.,17., 29.) hinter sich greifen. Aus der Ent- wurde massive Anspannung in den Havelberger Reihen, denn trotz des für die Tabelle unbedeutenden Spielausgangs wollte man absolut nicht als Verlierer den Rasen verlassen. Motiviert von dem unerwarteten Rückstand gewann das blau-weiße Spiel zum Ende der ersten Halbzeit an Druck in Richtung des gegnerischen Tores. Der Anschlusstreffer der flinken Fabienne Hamel war die Belohnung dafür. Mit dem satten Schuss von der Strafraumgrenze über die Torwärtin hinweg sollte eine grandiose Aufholjagd beginnen…
Einige Minuten zur Besinnung und klare Worte des Trainers sorgten für klare Köpfe der Domstädterinnen. Hätten sie vor einem Jahr noch, gezeichnet durch so einen klaren Vorsprung des Gegners, den Mut verloren und deswegen wahrscheinlich noch einmal so viele Gegentore kassiert, so war von Aufgeben und Hinnehmen an diesem Tag, beispielhaft für die gesamte Saison, keine Spur! Selbst drei Flitzer, Kameraden der FFW, die um die Aufmerksamkeit der Frauen rangen, ein Rochauer Elfmeter, der Lüpkes Gehäuse verfehlte und ein Kleinkind, das sich aufs Spielfeld verirrte, brachte die Havelberger Chicas kein bisschen aus der Fassung. Sie verirrten sich nämlich nicht, wandelten Anspannung zu Höchstspannung für die Zuschauer um und zogen deren ungeteilte Aufmerksamkeit auf sich, als sie das Geschehen auf dem Platz in ihre Hand nahmen und nicht mehr hergaben. Spätestens mit dem Treffer der Sturmspitze Charleene Krumm (62.) war ihr Kampfgeist nicht mehr zu übersehen und der Drang auf den Ausgleich größer und größer. In der letzten Spielminute waren sie dann ihres eigenen Glückes Schmied! Von einer aussichtsreichen Freistoßposition brachte Josepha Wagner den Ball vor den Kasten, den Janine Gelewski per Kopf zum Remis in die Maschen leitete.
\“Absolut verdient\“ resümierte das zufriedene Trainerduo Döbelin/Schröder nach Abpfiff. \“Auf diese Leistung können die Frauen für die kommende Saison gut aufbauen.\“ Für die nun beendete Saison hatte das Spiel in Rochau Symbolkraft. Nachdem man anfangs einfach nicht schnell genug aus den Startlöchern kam, hatte sich die Mannschaft gefangen, ihr Potential abgerufen und mit erhobenen Köpfen gekämpft bis zum Schluss.
Torfolge: 1:0 (14`), 2:0 (17`), 3:0 (29`), 3:1 Fabienne Hamel (37`), 3:2 Charleene Krumm (62`), 3:3 Janine Gelewski (90`)
FSV: Siw Lüpke – Carolin Schulze, Fränze Malzahn, Annegreth Fritze, Franziska Schröder – Tina Rollenhagen, Anne-Katrin Glaser – Judith Liban, Janine Gelewski, Fabienne Hamel – Charleene Krumm (Josepha Wagner, Peggy Prehm)
unteres Bild:
Nadja Walczak (links), hier gegen Havelbergs Tina Rollenhagen,
machte eine auffällige Partie für Rochau/Arneburg. Foto: Uwe Meyer
(Quelle: Volksstimme 16.06.2014)


